Eine Covid-19-Infektion ist kein „Aussatz“ und der Tod keine Strafe Gottes.

Regionalbischof mit BIschof Meier
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Augsburger Bischöfe warnen vor sozialer Ausgrenzung und unsachgemäßen Schuldzuweisungen und Verdächtigungen.

 

Regionalbischof Axel Piper und Diözesanbischof Bertram Meier betonen in ökumenischer Verbundenheit und Einstimmigkeit: „Wir leben mit dem Virus, den wir alle gemeinsam bekämpfen, aber den sozialen Zusammenhalt und vor allem auch den gegenseitigen Respekt darf uns die Pandemie nicht nehmen.“

Die beiden Bischöfe stellen fest: „Eine Covid-19-Infektion ist kein Aussatz! Die Menschen, die infiziert sind, leiden genug unter den akuten Symptomen, sie leiden im Krankenhaus oder zuhause. Wenn ein Mensch in Zusammenhang mit Covid-19 stirbt, dann stirbt er oft allein ohne die Begleitung von Angehörigen. Das alleine wäre schon schlimm genug. Viele Hinterbliebene empfinden überdies noch große Scham über diesen Tod und wollen, dass der genaue Hintergrund nicht öffentlich wird. Oder: Sie haben Angst davor, ausgegrenzt und gemieden oder der eigenen Schuld an der Infektion bzw. der des Verstorbenen bezichtigt zu werden. Es ist aus unserer Sicht ein Gebot der Nächstenliebe und des respektvollen Umgangs, dass wir auf die Hinterbliebenen der im Zusammenhang mit Covid-19 Verstorbenen, nicht mit solch ablehnender Haltung, sondern mit Trost, Zuneigung und Respekt – immer mit Abstand – zugehen. Es gibt viele Möglichkeiten, Nähe und Verbindlichkeit zu zeigen.

Der Tod aufgrund einer Covid-19 Infektion weist uns so dringlich und eindrücklich auf unsere Sterblichkeit als Menschen und die Vergänglichkeit unseres Lebens. Der Gott, an den wir glauben, ist ein gnädiger und barmherziger Gott. Deshalb sollten wir auch gnädig und barmherzig miteinander umgehen und den Tod durch eine Covid-19-Infektion nicht als Strafe verstehen.“