Empfehlungen des Regionalbischofs an die Gemeinden zum Umgang mit "Corona"

Das Vorgehen der ELKB im kirchlichen Leben in Zeiten der Corona-Pandemie.

Empfehlungen an die Gemeinden von Regionalbischof Axel Piper

Stand: 12.März 2020

(1) Öffnung der Kirchen

Gerade in dieser von Unsicherheit geprägten Zeit kann es für Menschen sehr wichtig sein, sich in eine Kirche zu setzen, eine Kerze anzuzünden und einfach zur Ruhe zu kommen. Viele unserer Kirchen sind geöffnet, können gerade in dieser Zeit ihre bergende Kraft entfalten und damit Angst, Zynismus und Apathie entgegenwirken. Einhergehend damit steht das Angebot von seelsorgerlicher Begleitung (in den Kirchen, in den Pfarrämtern und auch telefonisch). 

(2) Gottesdienste

Wir werden wie bisher Gottesdienste anbieten und achten dabei auf größeren Sitzabstand. Wir finden Gesten ohne Körperkontakt für Begrüßung, Verabschiedung und die Gemeinschaft im Gottesdienst. Fernsehgottesdienste und Gottesdienste als Streaming- und On-Demand-Angebote (Audio oder Video) können jetzt gute Alternativen sein.

(3) Abendmahl mit Hostien und Hausabendmahl

Bei der Abendmahlsausteilung ist das subjektive und objektive Ansteckungsrisiko höher. Wo Abendmahl gefeiert wird, kann das Abendmahl auch nur mit Hostienausteilung gefeiert werden. In diesem Fall steht der Kelch für alle gut sichtbar auf dem Altar. Auch die in vielen Gemeinden in der Passionszeit früher üblichen Hausabendmahle können ein gutes Angebot sein. Eine weitere Möglichkeit ist, die Kommunion mit Einzelkelchen in folgender Form: Auf dem Altar stehen kleine Gläser, Wein oder Traubensaft werden aus einer Kanne jeweils einzeln eingeschenkt.

(4) Konfirmationsfeiern

Für die Konfirmationsfeiern empfehlen wir den intensiven Dialog aller Beteiligten vor Ort (insbesondere Familien der Konfirmanden*innen und Pfarrer*innen) . Gerade die intensive Vorbereitung der Feiern durch die Familien und die Kirchengemeinde (u.U mit Stornogebühren für die gebuchten Gasthöfe, die vielen Gäste, …) macht hier eine gute Abstimmung nötig. Eine Idee könnte es z.B. sein, auf kleinere Formen auszuweichen (nur mit den Konfirmand*innen, ihren Eltern und Pat*innen und den Kirchenvorsteher*innen). Auf jeden Fall werden im Gespräch mit den Eltern auch Ausweichtermine angeboten werden.

(5) Bestattungen

Bestattungen finden statt - auf die üblichen Hygienemaßnahmen wird intensiv geachtet.

(6) Hochzeiten

Die Feier kirchlicher Trauungen wird in Bezug auf die Besucherzahl und das geografische Einzugsgebiet besonders sorgsam mit den betroffenen Brautpaaren besprochen. 

(7) Kindertagesstätten

Für die Kindertagesstätten und Schulen gelten die staatlichen Regelungen in Bayern. Sie finden sie auf der Homepage des Gesundheitsministeriums. 

https://www.stmgp.bayern.de/vorsorge/infektionsschutz/infektionsmonitor-bayern/

(8) Freizeiten - KV Wochenenden 

Bei Freizeiten und Tagungen üben wir große Zurückhaltung. Es gilt gut abzuwägen.  Wir empfehlen gemeinsame Fahrten, Freizeiten und KV-Wochenenden zu verschieben. Bitte prüfen Sie, ob eine Veranstaltung unbedingt durchgeführt werden muss und wägen die Risiken wie bisher gut ab.

Kriterien könnten u.a. sein:

  • Grad der Verpflichtung zur Teilnahme
  • Notwendigkeit der Veranstaltung,
  • geografischer Einzugsbereich u.a.

(9) Kirchenchöre

Beim Singen ist die mögliche Infektionsgefahr besonders hoch. Immer mehr Chöre und Kantoreien sagen darum ihre Proben und Konzerte vorläufig bis nach Ostern ab.

(10) Geburtstagsbesuche

Wir empfehlen Geburtstagsbesuche durch Anrufe am Geburtstag zu ersetzen, um Ansteckung zu vermeiden.